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Perchten allgemein
Der Perchtenbrauch ist hauptsächlich im Alpenraum verbreitet.
Der Perchtenlauf findet je nach Region an bestimmten Tagen während
der Rauhnächte statt. Die Rauhnächte beginnen Anfang Dezember und enden
in der Nacht von 5. auf 6. Januar. Somit lassen sich Krampus,
Buttenmandl und Perchten die während dieser Zeit aktiv sind vermutlich
auf den gleichen heidnischen Brauch zurückführen. Der Begriff Perchten
stammt von Frau Berchta ab, die laut Sage mit der wilden Jagd während
der Rauhnächte durch das Land zieht und sowohl die Natur aus ihren
Winterschlaf erwecken soll, als auch unrecht Schaffende einer Bestrafung
zuzuführen. Im 17. und 18. Jahrhundert versuchte die Kirche diesen
heidnischen Brauch zu verbieten, was aber nicht von Erfolg gekrönt war.
Vermutlich aus dieser Zeit stammen die christlichen Elemente die bei
manchen Perchten heute noch zu finden sind.
Die Nonner Perchten
Bei den Nonner Perchten handelt es sich um die unverheirateten
Burschen ab dem 18. Lebensjahr aus dem Ortsteil Nonn bei Bad Reichenhall
die in der Nacht von 5. auf 6. Januar auf einer festen Route von
Haus zu Haus laufen. Sie erscheinen mit weissen Hemden bekleidet,
Russ geschwärtzten Gesichtern und Hände, sowie Kuhglocken um die
Hüften geschnallt, bei jedem Haus. Auf dem Kopf tragen sie Fellhauben
mit Hörnern. Ihre Anführerin ist Frau Percht, die ein Bischofsmütze
und Bischofsgewand trägt. Sie ist nicht mit Russ geschwärzt, hat aber
als einzige eine kleine gegossene Glocke, den so genannten „Singer“.
In dieser Formation werden bei jedem Haus drei Runden gelaufen.
Danach hält die lärmende Meute inne und die Frau Percht, auch
Perchtmutter genannt, wünscht dem Hausherrn „Viel Glück im Haus
im Stall und überall“ Der Hausherr bedankt sich entweder mit Getränken,
Speisen oder anderen Geschenken. Zur Verabschiedung laufen die Perchten
nochmals drei Runden bevor sie mit ihren lärmenden Glocken wieder in der
Dunkelheit verschwinden und das nächste Haus aufsuchen
Wegen ihres grimmigen Aussehens zählen die Nonner Perchten
wohl zu den Schiachperchten. Ihr Gegenstück sind die Schönperchten,
wie sie im benachbarten Ortsteil Karlstein zur gleichen Zeit unterwegs
sind. Die Karlsteiner Perchten sind auch mit weissen Hemden bekleidet
haben jedoch keine schwarzen Gesichter. Sie tragen ebenfalls Glocken
und haben statt der Fellhaube mit Hörnern eine schwarze Zipfelmütze auf,
wesswegen sie oft scherzhaft Bäckerbuben genannt werden.
Ein weiterer Unterschied zwischen Nonner und Karlsteiner Perchten
liegt in der Anzahl der Akteure. Während es bei den Nonnern keine
zahlenmässige Beschränkung bezüglich der Gruppengrösse gibt sind
die Karlsteiner auf 12 Perchten einschliesslich Perchtfrau beschränkt.
Allerdings muss bei den Nonnern eine Zahl von 13 Perchten vermieden werden,
da sonst nach der Überlieferung der Teufel mitläuft.
Dies wurde 1991 nicht beachtet und der 13. Percht hatte sich in eine Geiss
verwandelt.
Ein weiterer Unterschied ist, dass die Burschen bei den
Nonnern solange mitlaufen dürfen, bis sie heiraten, wärend man sich bei
den Karlsteinern auf maximal 12 mal begrenzt.
Die Nonner Perchten laufen ca. um 16:00 Uhr am höchsten
Punkt ihrer Route der Padinger Alm weg, nachdem sie dort
von den Wirtsleuten hervoragend verköstigt wurden.
Die Route führt nun von Hof zu Hof bis ins Nonner Unterland,
wo der Gablerhof den östlichste Punkt markiert.
Von dort geht es über die restlichen Höfe und Häuser
im Unterland zurück Richtung Hainbuchenplatz.
Vom Hainbuchenplatz aus folgt man den Häusern entlang der
Strasse ins Nonner Oberland bis zum Leitnerhof.
Von dort geht es wieder hinab in den Poschengrund,
was der südlichste und tiefste Punkt der Tour ist.
Nun geht es wieder bergauf über verschiedene Stationen
zum Restaurant Neu Meran, wo meist schon eine erstklassige
Verpflegung auf die erschöpften Perchten wartet.
Nach einer kurzen Pause geht es dann wieder entlang der Strasse
ins Oberland weiter bergauf, über die Niederalm Richtung Berggasthaus
Listsee. Kurz nach Mitternacht wird meistens der Listwirt als
westlichster Punkt erreicht, wo die Route endet.
Dort erholen sich die Perchten nachdem sie ihre schwarzen
Gesichter etwas gereinigt haben bei Speiss und Trank von den
Strapazen der Tour. Zusammen mit Freunden, Besuchern und Gästen
sitzt man dort bis zum Morgengrauen in der Wirtsstube und erzählt
sich schauerliche Perchtengeschichten aus vergangenen Jahren,
während der Hubert mit der Ziach aufspielt. Die Perchtengeschichten werden
natürlich von Jahr zu Jahr noch schauerlicher.
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